5 Gründe für die Canon 5D: Lohnt sich der Kauf noch heute?
Die Canon 5D erscheint unter den modernen digitalen Spiegelreflexkameras manchmal wie ein Relikt aus einer anderen Zeit. Dabei ist sie, 6 Jahre nach ihrem Erscheinen, immer noch eine Investition Wert. Hier sind 5 Gründe warum die Canon 5D immer noch eine tolle Kamera ist.
Geringes Rauschen durch KB-Sensor
Als die Canon 5D im Jahre 2005 auf den Markt kam, war sie eine kleine Sensation. Hatten die Hersteller bis dato, aus Kostengründen, vor allem in ihren digitalen DSLR-Modellen auf Sensoren im sogenannten APS-C Format gesetzt, bot die 5D erstmalig einen Sensor im 35mm Format (24mmx36mm) zu einem erschwinglichen Preis. Natürlich bot Canon bereits in seinen 1Ds-Modellen diese Sensorgröße, jedoch zu einem Vielfachen des Preises und in einem unhandlichen Gehäuse. Die 5D begeisterte Publikum und Fachpresse durch Ihre kleinen Abmaße – sie war nur ein wenig größer als die gerade erschienene 20D. Der Umstieg von den Modellen der XXD-Serie wurde erleichtert durch die identische Bedienung.
Die Vorteile des größeren Sensorformates liegen auf der Hand: Größerer Pixel-Pitch (Größe der Pixel) erlauben, in der Theorie, geringeres Bildrauschen als ein dicht gepackter Crop-Sensor. In der Praxis haben die Crop-Sensoren jedoch einigen Boden gut gemacht, dem technischen Fortschritt sei Dank. Trotzdem rauscht die 5D auch in der High-ISO Einstellung (ISO 3200) erstaunlich wenig und bietet mit ihren 12 MP ausreichend Reserven für einen späteren Crop am PC.
Vielzahl an lichtstarken Weitwinkel-Objektiven
Der Sensor im Kleinbildformat erlaubt die Nutzung der Canon EF-Objektive, ohne dass diese durch den digitalen Crop-Sensor in ihrem Bildwinkel beschnitten würden. Das heißgeliebte Weitwinkelobjektiv mit großer Offenblende bleibt in seiner intendierten Bildwirkung erhalten. Ihr wollt lichtstarke Optiken ab f/2.0 Offenblende unterhalb der Brennweite von 50mm am Crop nutzen? Viel Spass beim Suchen. Denn dann wird es teuer, es sei denn ihr greift zu Objektiven exotischer Hersteller wie Sigma oder gar Samyang. Lichtstark und bezahlbar geht es bei Canon mit dem 35mm f/2.0 und dem 28m f/1.8 los, wobei beide am APS-C Sensor von der Bildwirkung durchaus attraktive 50mm ergeben. Aber: Ein 35mm f/1.4 oder ein 24mm f/1.4 sucht man vergebens. Auch, wer nach etwas Vergleichbaren zum 16-35mm f/2.8 sucht, wird nicht ohne weiteres fündig (von dem Tokina 11-16mm f/2.8 einmal abgesehen).
Die Kamera für den Puristen
Die 5D ist ein Werkzeug. Das sieht man ihr auf den ersten Blick an. Motivprogramme: Wer braucht so etwas? Interner Blitz: Wozu gibt es Lichstarke Festbrennweiten? Auch Sensorreinigung, Liveview, Video, komplizierte AF-Modi und Infrarotsteuerung externer Systemblitze sucht man hier vergebens. Wer auf derlei Spielerei verzichten kann oder gar möchte, der liegt mit der 5D richtig. Mit Ihr zu arbeiten, ist wie ein kleines Stück zurück zu den (analogen) Wurzeln zu gehen – Minimalismus pur. Man bekommt ein sattes Gehäuse, das zwar im Gegensatz zur XXXD/XXXXD Serie größer ist als nötig, aber wie angegossen in der Hand liegt (Herrn Colani sei Dank, siehe legendäres Design der T-90) und zumindest den Eindruck vermittelt, als könnte man damit Nägel in die Wände kloppen. Hinzu kommt der riesige und helle Sucher mit nahezu 100 prozentiger Sucherabdeckung (96 Prozent).
Geringere Schärfentiefe
Der Kleinbildsensor der 5D bietet gegenüber den Cropformaten eine geringere Schärfentiefe bei gleichem Bildwinkel. So entspricht die Schärfentiefe des 50mm f/1.2 am APS-C keinesfalls der Tiefenschärfe des 85mm f/1.2 am Kleinbildsensor. Wer sich gerne in die techischen Details vertieft, kann die physikalischen Hintergründe gerne bei Wikipedia nachlesen und einen DOF-Rechner (depth of field) bemühen. Für Manchen mag der große Unschärfebereich ein Nachteil sein, für Portraitfotografen bietet sich aber die Möglichkeit, sehr plastische Aufnahmen von Menschen zu machen. Bokeh-Freaks schwören sowieso auf das KB-Filmformat für maximale Freistellung des Sujets und cremige Hintergründe.
Der Preis
Wer jetzt zuschlägt, bekommt gebraucht bereits für ca. 900 Euro eine fantastische Kamera mit oben genannten Vorteilen. Fotografen, die für ihr Hobby immer das Neueste haben wollen oder beruflich benötigen, greifen sowieso zu einer neueren Kamera, wie der 600D bzw. gleich zur 7D oder 5D Mark 2. Wer auf die neuesten Features und Schnickschnack verzichten kann und dem der ausreichend große, aber schlecht aufgelöste Bildschirm reicht, wird mit der Canon 5D sehr glücklich werden.
Was haltet Ihr von der 5D? Lohnt es jetzt noch, in eine so alte Kamera zu investieren?
Schlagwörter: Canon 5D, Kamera





















Ich kenne auch Leute, die mit ihrer alten, aber guten Spiegelreflex-Digitalkamera hervorragende Bilder schießen und keinen echten Grund haben hier das Modell zu wechseln.
Wie wahr.
Die 5D ist einfach toll.
Ich, Umsteiger von Contax und Zeiss, liebe genau die genannten Vorteile, schnöder Rurismus. Bin einer der sogenannten ambitionierten Hobbyfotografen und liebe dieses Werkzeug.
Der größte Nachtei ist, dass die Knipse süchtig macht nach besseren Objektiven.
Besitze ein 1.8 85mm von Canon, das schon ziemlich gut ist und habe mir ein Sigma 150mm 2.8 ohne IS gegönnt. Das Sigma hat an der 5D in bestimmten Bereichen Qualitäten die unbeschreiblich sind.
Solche Kombinationen machen richtig Spass.
Lediglich das schleppen der schweren Ausrüstung nervt manchmal.
Kurzum:
Mit den richtigen Objektiven macht die 5D heute immer noch viel Freude und ich kann mir kaum vorstellen, dass die neueren Kameras dieses wirklich toppen können.
Ich habe mir vergangenen Freitag ein solches Schätzchen geleistet! Hatte davor die 30D (und die werde ich auch als Zweitbody behalten) und muss sagen, dass ich wirklich begeistert bin! Die 5D liefert ein traumhaftes Bokeh, das Rauschverhalten ist – gerade wenn man mit der 30D vergleicht – beeindruckend. Und das kommt mir gerade bei Konzertfotos sehr zugute. Und 700 Euro zusammen mit Batteriegriff, mehreren Akkus und CF-Karten, da kann man wirklich nicht viel falsch machen…