Günstig Riesen-Drucke erstellen mit einem Plotter

Kommentare 8
Allgemein

Plots sind eine Möglichkeit, riesige Drucke Euer Fotografien zu erstellen. Die sind zwar nicht so brilliant wie Abzüge, aber sehr günstig. Ich habe die Möglichkeit einmal ausprobiert.

In amerikanische DIY-Fotoblogs machte dieses Jahr die Möglichkeit die Runde, bei der Bürozubehörkette Staples, billige Riesen-Drucke anfertigen zu lassen, als Alternative zu Foto-Abzügen und Drucken – zu einem Bruchteil des Preises derer. Diese werden als »engineering prints« bezeichnet. Natürlich war ich sofort Feuer und Flamme, dies einmal selber auszuprobieren. Nichts geht darüber, seine eigenen Fotos ausgedruckt oder ausbelichtet zu sehen – je größer desto besser. Der US-Amerikaner sagt dazu übrigens «big ass prints». Doch groß heißt auch teuer. Und ab einer Größe über 50cm Seitenlänge wird es richtig teuer.

Wo kann man die Drucke erstellen lassen?

Doch wo sollte ich diese Drucke erstellen lassen? Da ich mit Architekturzeichnungen und CAD nicht viel zu tun habe, stand ich zunächst vor einem Rätsel. Erst spät dämmerte es mir, dass es sich bei den sogenannten »engineering prints« schlicht um Drucke eines Plotters handelt. Deswegen beschloss ich, einfach einmal einen Druck bei einem entsprechenden Dienstleister in Auftrag zu geben. Eine Hürde dabei ist, dass man fotografische Bilder natürlich nicht als Vektor-Grafik anliefern kann. Also bleibt einem nur die Möglichkeit, ein PDF zu erstellen, dessen Dateigröße beim Upload begrenzt ist. Hier muss man die richtige Balance zwischen Dateigröße und Bildqualität finden.

Plotdruck an der Wand

Ein Druck aus dem Plotter ist die günstigste Möglichkeit, Drucke günstig und groß an die Wand zu bekeommen.

Für einen ersten Test haben ich mich an die Empfehlungen der US-Fotoblogger gehalten und ein Bild relativ kontrastreich in Lightroom entwickelt, auf die entsprechende Größe hochskaliert und im Images2PDF Konverter (enthalten im PDF Creator) in ein PDF umgewandelt. Zu meinem Erstaunen, akzeptierte der Plot-Dienstleister mein PDF ohne Murren, obwohl es sich nicht um eine technische Zeichnung, geschweige denn eine Vektorgrafik handelt. Für meinen Test wählte ich die einen schwarz-weiß Druck in der Größe 100×79 cm, das dem Seitenverhältnis des DIN-Formats entspricht, was offenbar aber nicht zwingend nötig gewesen wäre. Das Ganze kostet mit schmale 0,65 Euro. Ein Foto-Druck oder Abzug in dieser Größe in einem Online-Fotolabor kostet schon einmal 25 Euro und mehr.

Als Dienstleister nutze ich plottbox. Wobei z.B. in der Nähe technischer Universitäten Copy-Shops und Druckereien zu finden sein müssten, die den Druck technischer Zeichnungen anbieten.

Die Qualität: Rasterpunkte und welliges Papier

Doch wie steht es um die Qualität? Nun, mit einem fotografischen Abzug oder einem Inkjet-Print kann der Plot-Print, ich nehme einmal an es handelt sich bei den Ausgabegeräten um Laser-Plotter, nicht mithalten. In einem angemessenen Betrachtungsabstand ist die Schärfe des Druck jedoch vollkommen ok. Geht man näher dran, erkennt man die Rasterpunkte. Außerdem ist das Bild in sehr dunklen Bereichen streifig. Dazu kommt das wenig robuste Material – 80 g/² Papier ist nicht gerade reißfest und vor allem wellig. Rechnet zudem damit, dass sich das Papier mit der Zeit verfärbt. Aber wir wollen hier ja nichts archivieren.

Plot Drucl Nahaufnahme

Nahaufnahme des Plot Drucks: Die Rasterpunkte sind deutlich zu erkennen.

Wie bereits erwähnt, eignet sich das Druckverfahren sehr gut für kontrastreiche Bilder. Rechnet mit tiefstem Schwarz und weißestem Weiß. Ich könnte mir vorstellen, dass kontrastarme Aufnahmen mit vielen Grau-Abstufungen etwas flau aussehen könnten. Probiert es aus.

Das wellige Papiers wird zum Problem, wenn man das Bild an die Wand bringen möchte. Ich habe Postertraps genutzt, wobei sich das Papier an den Rändern stark aufrollt. Rahmen ist natürlich möglich, die Preise für eine individuelle Rahmung sind aber so hoch, dass der Preis für einen Fotoabzug nicht mehr wirklich ins Gewicht fällt. Stattdessen sollte man sich die Limitierungen des Materials zunutze machen. Wirklich perfekt sind die Plot-Prints, um sie an Wände zu tapezieren (wobei ich explizit nicht dazu aufrufe, dies an Häuserwänden zu machen) oder um sie auf auf Spanholzplatte aufzuziehen. Weitere Ideen wäre eine Anbringung mit Pins oder Paper-Clips. Allerdings ist fraglich, ob man das Papier bei letzteren Methoden trotz vorheriger Beschwerung langfristig plan bekommt.

Das Papier wellt sich

Das Papier wellt sich sehr stark auf. Das Bild sollte man aufziehen.

Nach diesem ersten Versuch bin ich angefixt. Es geht doch nichts darüber, seine Bilder groß an der Wand zu haben. Die günstigen Plotts bieten die Möglichkeit, z.B. eine kleine temporäre Mini-Galerie Zuhause auf die Beine zu stellen. Vor allem mit der Aufhängung werde ich aber noch weiter experimentieren müssen.

Diesen Artikel teilen:Share on FacebookTweet about this on TwitterShare on Google+

Der Autor

Till ist Fotograf, Blogger und Betreiber dieses Blogs. Sein Interesse gilt der Dokumentarfotografie, insbesondere klassischer Streetphotography, dem New Color Movement und dokumentarischer Landschaftsfotografie.