Anleitung: Sensorreinigung mit Visible Dust Sensor Swabs

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Allgemein
Visible Dust Sensor Swabs

Schmutz auf dem Kamerasensor ist ein weit verbreitetes Problem und es gibt verschiedene Möglichkeiten, eine Reinigung vorzunehmen. Ich habe mich, um den Dreck auf dem Sensor zu entfernen, für die Nassreinigung mit Sensor Swabs von Visible Dust entschieden. Was aber taugt diese Methode, den Sensor zu reinigen? Eine kleine Einschätzung und Anleitung zur Sensorreinigung.

Jeder Besitzer einer Spiegelreflexkamera kennt es, jeder hasst es und irgendwann wird es einem zu viel: Staub auf dem Sensor ist ein Problem, das sich auf den Bildern bemerkbar macht. Wer oft die Objektive wechselt, klagt eventuell schon bald nach dem Kauf der Kamera darüber. Aber auch wenn das Objektiv den Anschluss nicht verlässt, irgendwann findet der Schmutz irgendwie seinen Weg in das Innere des Gehäuses.

Jetzt kann man natürlich sagen, klar, ab mit der Kamera in den Service. “Einmal Check und Clean – 50 Euro bitte.” Das erschien mir bei einem Staubmagneten wie der Canon 5D auf die Dauer zu teuer.

Also mussten günstigere Mittel her.

Um den Sensor frei zu bekommen, haben sich verschiedene Methoden etabliert. Das reicht dann von Hausmittel wie Wattestäbchen und Isopropanol bis hin zu Sensorfilm. Von ersterer Methode rate ich schwer ab, und für die Verwendung von Disco- bzw. Sensorfilm bin ich zu feige. Wer gießt schon gerne Flüssiges auf seinen Sensor?

Und eine Bitte noch: Seht davon ab, mit dem Mund in das Gehäuse zu pusten und geht unter keinen Umständen mit den Fingern an Spiegel, Verschluss oder Sensor ran. Kamera und Portemonnaie werden es Euch danken! (Man hört ja die wildesten Geschichten.)

Die Sensorreinigungsmethoden

Grundsätzlich unterscheidet man bei der Sensorreinigung verschiedene Methoden: Die Trockenreinigung und die Nassreinigung. Bei der Trockenreinigung rückt man mit Blasebalg und antistatischem Pinsel (z.B. Visible Dust Arctic Butterfly) dem Sensorschmutz zu Leibe. Die Nassreinigung hingegen setzt auf öl- und wasserlösende Flüssigkeiten, die auf spezielle, mit Stoff bezogenen Lappen aufgetragen werden.

Als sichere Methode der beiden, endlich wieder einen sauberen Sensor zu haben, erschien mir die Nassreinigung. Dabei habe ich mich gegen Lösungen Marke “Eigenbau” und für Visible Dust System, mit den Sensor Swabs, entschieden. Diese Möglichkeit, den Sensor frei zu bekommen, wird auch auf diversen Internetseiten und in Foren immer wieder empfohlen.

Wie bereits erwähnt, handelt es sich bei den Swabs um kleine, stoffbezogene Lappen am Stiel, die mit einer Reinigungsflüssigkeit benetzt und über den Sensor gezogen werden. Staub und Flecken werden so mechanisch und chemisch entfernt.


Hohe Anfangsinvestition, die sich langfristig auszahlt: Sensor Swabs mit VDust Plus.

Der Unterschied zwischen grünen und orangen Swabs

Visible Dust bietet verschiedene Ausführung der Sensor Swabs an. Das System besteht aus einer Kombination grüner und orangen Swabs mit verschiedenen Reinigungsflüssigkeiten.

Die grünen und die orangen Swabs unterscheiden sich in sofern, als dass die orangen Swabs mit einer doppelte Lage eines besonders feinen Stoffs bezogen sind und nur für die Nutzung in Kombination mit dem Reinigungsmittel VDust Plus (zur Entfernung von Öl/Fett) vorgesehen sind. Die orangen Swabs eignen sich laut Hersteller besonders zur Reinigung von besonders empfindlichen optischen Geräten wie Teleskopen. Grüne Swabs sind universeller einsetzbar und mit allen Reinigungsflüssigkeiten von Visible Dust kompatibel.

Ist man ungewiss, welche Art von Schmutz man erwartet, Staub, Öl und/oder Wasser, ist laut Anbieter VDust Plus empfehlenswert. Ist man sich sicher, dass es sich nur um Wasserflecken handelt, ist auch die Reinigung mit Sensor Clean möglich. Habt Ihr hingegen mit richtig fiesen Ölverschmutzungen zu kämpfen, dann greift zu Smear Away.

Grundsätzlich empfiehlt der Hersteller Visible Dust bei Verunreinigungen mit Staub eine Trockenreinigung. Ich habe allerdings auch gute Erfahrungen bei der Beseitigung von Staubflecken mit den Visible Dust Sensor Swabs gemacht.

Mit einer Reinigung erhält Euer Sensor laut Hersteller ebenfalls eine anti-statische Versiegelung. Hört sich für mich eher nach Marketing Hokuspokus an, aber naja.

Visible Dust bietet ebenfalls unterschiedliche Swab-Größen an. Die 1,0x eignen sich für Sensoren im Kleinbildformat (z.b. Canon 5D, Nikon D700). 1,3x richtet sich exklusiv an Nutzer einer Kamera mit dem APS-H Sensoformat (Canon 1D) und lassen sich ebenfalls an Kameras mit einem Fourthirds-Sensor (viele spiegellose Systemkameras) verwenden. 1,5x und 1,6x sind für APS-C Sensoren von Nikon (z.b. Nikon D300, D7000) und Canon (z.B. 7D, 600D), bzw. anderen Kameras von Herstellern mit Sensoren im Format 1,6 Crop, vorgesehen.

Letztendlich habe ich mich für die grünen Green Swabs (Green Ultra MXD-100) und die VDust Plus Reinigungslösung entschieden. Gekostet hat mich das Ganze 40 Euro, wobei nach einer Reinigung noch jede Menge Reinigungsflüssigkeit übrig ist und zehn unbenutzte Swabs in der Packung verblieben sind. Bei maximal zehn weiteren Reinigungsvorgängen reduziert sich der Preis pro Durchgang bei anstehenden Reinigungen entsprechend.

Inzwischen bietet Visible Dust, als Weiterentwicklung, die VSwabs. Diese sind im Gegensatz zum Original V-förmig und erleichtern das Manövrieren der Swabs im Inneren der Kamera.


Testbild bei Blende f/22 vor der Reinigung.


Testbild bei f/22 nach der Reinigung.

In der Handhabung sind die Sensorswabs sehr einfach. Letztendlich müsst Ihr selbst entscheiden, ob eine Nassreinigung das Richtige für Euch ist oder ob für Euch eher die, ebenfalls nicht gerade günstige, Trockenreinigung in Frage kommt.

Bei mir hat die Reinigung mit den Swabs zum gewünschten Ergebnis geführt: Sensor vollständig vom Staub befreit – endlich kein lästiges Stempel in der Bildnachbearbeitung mehr. Insgesamt bin ich sowohl mit der Handhabung als auch dem Ergebnis sehr zufrieden.

Hier noch einmal eine Anleitung, Schritt für Schritt.

Sensor Swabs Anleitung

1. Richtige Swabs und Flüssigkeit auswählen.

Schaut Euch noch einmal genau die Übersicht auf der Website von Visible Dust an, welche Swabs Ihr braucht. Wie gesagt, ich habe bei der Reinigung von Verschmutzungen mit regulärem Staub gute Erfahrungen mit den grünen Swabs sowie der universellen VDust Plus Reinigungsflüssigkeit gemacht.

2. Keine Panik

Ihr habt Euch also zur Sensorreinigung mit Visible Dust Swabs entschieden. Glückwunsch, dann kann es bald losgehen. Eines noch vorweg. Egal was ihr sonst so im Internet über Sensorreinigung gelesen habt, lasst Euch nicht in Schrecken versetzen. Ich hab jedenfalls keinen seriösen Bericht gelesen, der zeigt, dass jemand mit Sensor Swabs tatsächlich seinen Sensor ruiniert hätte.

3. Die Vorbereitung

Zuerst solltet Ihr ein Testbild machen, um einzuschätzen, wie groß der Grad der Verschmutzung eigentlich ist. Stellt dazu die Blende eures Objektivs im AV-Modus auf f/22 und Fotografiert unscharf eine weiße Fläche, z.B. den freien Himmel. Abschließend Kontrolliert Ihr das Bild auf dem Monitor.

Stellt sicher, dass die Akkus Euer Kamera randvoll geladen sind. Ihr wollt nicht, dass der Kamera mitten im Reinigungsvorgang der Saft ausgeht und Verschluss und Spiegel zu sausen während ihr mit den Sensor Swabs im Inneren der Kamera hantiert.

Sucht Euch eine staubfreie Umgebung.

(Es soll ja Leute geben, die Wechseln ihre Objekte nur im Reinraum eines Badezimmers, in dem 10 Minuten die Dusche gelaufen ist. Alles übertrieben. Ihr müsst den Sensor ja nicht gerade auf dem verstaubten Dachboden reinigen. Es ist vollkommen ausreichend, wenn Ihr Euch in einer einigermaßen staubfreien Umgebung befindet.)

Legt alle Utensilien bereit: Sensor Swabs, Reinigungsflüssigkeit, wenn möglich ein Fotoblasebalg (z.B. Rocket Blower) und natürlich Kamera mit Objektiv.


Vor der eigentlichen Reinigung erst einmal mit einem Blasebalg ausblasen.

4. Die Reinigung

Blast, bevor Ihr den Spiegel hochklappt und mit der eigentlichen Reinigung beginnt, noch einmal das Gehäuse mit dem Blasebalg aus. Nehmt dazu das Objektiv ab, dreht das Gehäuse so, dass die Öffnung in Richtung Boden zeigt, und pustet kräftig das Innere aus. Wir wollen ja während des Reinigungsvorgangs keinen groben Schmutz aus der Spiegelkammer auf den Sensor bekommen.

Anschließend aktiviert Ihr die Sensorreinigung im Menü eurer Kamera. Der Spiegel klappt nun nach oben und der Verschluss öffnet sich. Der Blick ist nun frei auf das Herz Eurer Kamera – den nackten Sensor.

Nehmt nun einen der Sensorswabs am Stiel aus der Verpackung und tröpfelt gleichmäßig drei bis vier Tropfen Sensor Clean auf die Spitze des Lappens – gerade so viel, dass er gut getränkt ist. Nun führt den Sensor Swab mit der langen Kante parallel zur langen Seite ins Gehäuse ein. Über dem Sensor dreht Ihr den Swab und legt die feuchte Seite des Swabs direkt an eine der kurzen Seiten des Sensors an. Jetzt mit wenig Druck einmal den Besen über den Sensor ziehen.

Denkt daran, die Flasche mit der Reinigungsflüssigkeit nach der Reinigung gut zu verschließen. Verwendet die Swabs nur einmalig und entsorgt die benutzen.


Drei bis vier Tropfen sollten reichen. Danach nicht zu lange warten, da das Reinigungsmittel sehr flüchtig ist.

5. Kontrolle

Wieder holt den ersten Schritt unter Punkt 4 und macht eine Testaufnahme bei Blende f/22. Wenn Ihr mit dem Ergebnis noch nicht zufrieden seid, dann wiederholt die Prozedur. Ich habe bei meiner ersten Reinigung zwei Durchgänge gebraucht.

Habt Ihr noch Fragen und Anmerkungen? Wie sind Eure Erfahrungen bei der Sensorreinigung?

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Der Autor

Till ist Fotograf, Blogger und Betreiber dieses Blogs. Sein Interesse gilt der Dokumentarfotografie, insbesondere klassischer Streetphotography, dem New Color Movement und dokumentarischer Landschaftsfotografie.